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Präha Anna Herrmann Schule
"What's another year" - Patrick Heusers Rückblick auf die Saison 2004 bei den Rot-Weiß Funken Güsten Im Laufe unserer Jubiläumssaison wurde ich gefragt, ob ich eigentlich von Anfang an bei den Funken war. Nein! Die Funken werden in diesem Jahr 30, wurden also bereits vor meiner Geburt gegründet. Trotzdem ist diese Frage gar nicht so falsch, denn ich fühle mich, als wäre ich schon mindestens 50 Jahre dabei! Jede Saison erlebe ich intensiver als die vorherige, jede Saison empfinde ich mit ihren Höhen und Tiefen als schrecklichste und doch irgendwie auch als schönste. Wenn ich nun auf die Ereignisse der letzten Monate zurück blicke, kommt mir allein diese Zeit schon vor wie ein Jahrzehnt. Und doch war auch vieles erst wie gestern... Auf ein Neues Eine neue Saison beginnt eigentlich immer schon in der noch laufenden. Interessenten werden zu Probetrainings eingeladen, Gruppen werden anders besetzt, Ideen gesammelt, Musiken ausgewählt, und aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres wird über die Erfolgsaussichten des kommenden Jahres spekuliert. So war es auch im Sommer 2003, als vier neue Kinder in die hoch erfolgreiche Kinder-Showgruppe aufgenommen wurden. Direkt war uns klar, dass es schwierig würde, an die "Geisterbahn"-Erfolge anzuknüpfen. Als die Gruppe dann bei ihrem ersten Start auf unserem eigenen Turnier im Januar 2004 eine unerwartet hohe Punktzahl erhielt und die nächsten Turniere auch allesamt mit einem 1.Platz abgeschlossen wurden, waren unsere tiefgestapelten Erwartungen vergessen. Die große Ernüchterung kam auf der NRW-Meisterschaft als die Funky Kids von einer Gruppe aus Duisburg geschlagen wurden, die bis dato immer hinter uns war. Dies hat uns auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, zumal nun bis zur DM eine zweimonatige Turnierpause anstand. Märchenstunde Auf der Deutschen in Hückelhoven trafen wir dann auch noch auf zwei bayerische Gruppen, deren Turnierergebnisse wir aus dem Internet kannten und deren Choreographien wir uns bei einem Turnier in Frankfurt angeschaut hatten. Auf unser "Dornröschen" traf jetzt ein "Schneewittchen" aus Strullendorf und eine Räuberbande aus Breitengüßbach. In dieser "Märchenstunde" mussten wir uns den Bayern geschlagen geben, konnten uns mit dem 3. Platz aber wieder vor dem indischen Tanz aus Duisburg platzieren. Viele Stimmen wurden laut, dass es eigentlich ein 2. Platz hätte sein müssen, da wir bei der Konkurrenz einiges feststellten, das nicht regelkonform war und in den letzten Jahren bei uns kritisiert wurde, dort aber ungesagt blieb.
Das gleiche Ergebnis erzielten unsere Jüngsten bei der EM trotz noch mehr Konkurrenz. In Abwesenheit der beiden erwähnten bayerischen Gruppen starteten unsere Kids dann auf der 1. WM. Der Platz ganz oben auf dem Siegerpodest war plötzlich in greifbare Nähe gerutscht. Pustekuchen! Mit dem Vize-Meister war das Ergebnis dann zwar um einen Platz besser als bei den vorherigen Meisterschaften, aber Weltmeister darf sich nun eine nicht erwähnenswerte Gruppe aus Österreich nennen, die bei der EM noch 5. war!! Völliges Unverständnis war unsere Reaktion, denn unsere Kinder hatten eine ihrer besten Leistungen des ganzen Jahres gezeigt. Zurückblickend kann man also trotzdem sagen, dass die Ergebnisse unseren Erwartungen entsprochen haben, auch wenn sich diese im Laufe der Saison etwas verändert haben. Mit unseren Kids können wir also erneut sehr zufrieden sein. Funky Teens Ähnlich sah es bei den Teens aus, die in diesem Jahr auch erstmals mit einem Showtanz starteten und sich von der für sie so unbeliebt gewordenen Rheinischen Garde verabschiedeten. Eine gute Entscheidung. Getanzt wurde die Geschichte von Romeo & Julia, allerdings in modernem Gewand. Ein schwieriges Thema für Show-Debütanten, aber ausdrucksmäßig sind einige Tänzerinnen über sich hinausgewachsen. Einen heftigen Rückschlag erlebten wir allerdings bereits vor der Saison, als Maren sich beim Training derart verletzte, dass sie am Knie operiert werden musste und ausfiel. Glücklicherweise hat Nadine dann ihre Stelle übernommen, so dass die Choreographie in der geplanten Personenzahl getanzt werden konnte.
Auch die Funky Teens lieferten sich einen abwechslungsreichen Fight mit der Konkurrenz aus Duisburg, und auch hier reichte es bei der NRW-Meisterschaft zu einem 2. Platz. Heftig wurde es dann auf der DM. Mit 13 Gruppen war dies die größte Kategorie. Dass die Funky Teens bei dieser qualitativ sehr hochwertigen Konkurrenz einen 5. Platz holten, war ein wirklich unerwartet großer Erfolg, der auf der EM und sogar bei der WM wiederholt werden konnte. Zum Ende der Saison war die Leistung der Gruppe also konstant gut und der Prozess des Zusammenwachsens wurde erfolgreich abgeschlossen. Funky Steps Da es keine Rheinische mehr gab, wir aber den Gardetanz nicht ganz vernachlässigen wollten, wurde eine neue Polkaformation 12-15 Jahre ins Leben gerufen: die Funky Steps. Zu unseren 5 Junioren-Leistungsklasse-Solos kamen Romina und Sonja hinzu. Letztere quälte sich trotz langwieriger Knieverletzung durch die Saison. Die Premiere verlief auch hier sehr positiv. Während viele Gruppen in dieser Kategorie erst gar nicht die Qualifikation für die DM und EM ertanzten, machten wir uns berechtigte Hoffnungen auf einen 2. Platz. Diese Hoffnungen wurden leider nicht erfüllt. Bei beiden Meisterschaften wurde die Choreographie etwas... nun ja...verändert dargeboten... Kleinere "Unfälle" sorgten dafür, dass wir uns mit einem guten 3. Platzzufrieden geben mussten. Aufgrund dieser Erfahrungen haben wir dann für die WM erst gar nicht mit mehr als Platz 3 gerechnet. Dieser 3. Platz wird allerdings in die Funken-Historie eingehen, denn zum ersten Mal hatten wir eine so tiefe Punktzahl, dass wir lediglich den Titel "3. Tagessieger" führen dürfen! Eine neue Erfahrung, auf die wir gerne verzichtet hätten! Fortsetzung folgt... Solistisches Neben unseren drei Gruppen gibt es bei den Funken einige hocherfolgreiche Solisten. Beginnen möchte ich mit unserem jüngsten Solo, Carolin Leipertz. In ihrer ersten Saison war sie kein Mal unter Rang 2 in der Aufsteigerklasse platziert: eine hervorragende Leistung. Bei der NRW und der DM stand sie sogar ganz oben auf dem Siegertreppchen und schaffte somit die Qualifikation für die EM. Dort schloss sie die Saison erneut mit Platz 2 ab. Ein Einstieg nach Maß, der auf ihren konsequenten Ehrgeiz zurück zu führen ist. Zur besonderen Freude ihrer Mama, begann Carolin schon morgens vor der Schule mit dem Training. Kein Tag konnte mehr ohne zu tanzen beginnen. In der Leistungsklasse war es bei den Solos bis 11 Jahre abwechslungsreich wie nie. Jenna Weber meisterte ihr erstes Jahr in dieser Disziplin sehr gut. Meist war sie im oberen Mittelfeld platziert, oftmals fehlte nur ein winziger Schritt zur Spitze. Ihre Leistung war auf allen Turnieren konstant gut; für mein Empfinden war die Bewertung nicht immer dieser Leistung angemessen. So manches Mal hätte ich mir das ein oder andere Zehntel mehr für sie gewünscht.
In der gleichen Kategorie hatte Anne Lipgens Ambitionen, ganz nach oben zu kommen. Zu Beginn der Saison schien es, als könnten wir diese Hoffnungen begraben, hatte Anne sich doch bei einem Reitunfall den Handwurzelknochen gebrochen! Wegen Trainingsrückstand durfte sie dann auch nicht beim ersten Wettbewerb in Siegburg starten und hatte ihre Premiere auf unserem eigenen Turnier: 6. Platz. Es schien als würden ihr alle davon tanzen. Anne ließ sich nicht demotivieren und schloss mit jedem Turnier mehr zur Spitze auf, überholte uneinholbar gedachte Konkurrentinnen, war plötzlich Vize-NRW- und Vize-Deutsche Meisterin und sorgte bei der Euro in Landgraaf für einen Paukenschlag: Sieg! Diese für sie sehr erfolgreiche Saison schloss Anne dann mit der Vize-Weltmeisterschaft ab. Nicht nachlassen zwingt Noch spannender war es bei den Garde-Solos 12-15 Jahre, bei denen die Funken gleich drei Solos ins Rennen schickten. Bei fast jedem Turnier stand ein anderes Solo ganz oben, so dass sich auf der DM ganze 7 Starter berechtigte Hoffnungen auf einen der drei begehrten ersten Plätze machen konnten! Eine der Favoritinnen war unsere Saskia, hatte sie sich bei der NRW doch Rang 3 gesichert. Der Traum platze beim letzten Training vor der Meisterschaft: umgeknickt, Fußverletzung, Tanzpause. Also mussten auch die Gruppen ohne sie tanzen. Erst bei der EM durfte sie wieder starten. Die durch die Trainingspause und Bühnenabstinenz hervorgerufene Nervosität wurde ihr zum Verhängnis. Sie fand einfach nicht in ihren Tanz und mehrere kleinere und größere Fehlerchen zogen sich durch ihr Programm. Leider war nicht mehr als Platz 7 drin. Bei der anschließenden WM war Saskia dann noch mal in sehr guter Form. Leider erkannten das nicht alle, denn ihre Bewertung ließ sehr zu wünschen übrig. Keine andere Tänzerin der Funken musste so häufig erfahren, wie nah Erfolg und Misserfolg beieinander liegen, und hat doch nie aufgegeben... Bravo! 4, 2, 1, 1 Der einzige Junge in dieser Kategorie, unser Sebastian, hatte es diesmal auch nicht leicht. Nachdem er die beiden ersten Turniere der Saison gewonnen hatte, musste er eine Zwangspause einlegen. Beschwerden an Knie, Leiste, Rücken und Fuß forderten ihren Tribut. Nachdem er zwei Turniere aussetzen musste, schaffte er es zunächst nur mühsam, wieder zur Spitze aufzuschließen. Bei der NRW noch 4., kletterte er auf der DM auf den 2. Platz, um auf der EM für DIE Überraschung zu sorgen! Nach dem Motto "die Letzten werden die Ersten sein", ging er mit Startnr. 9 ins Rennen und siegte mit einem Zehntel Vorsprung! Nur zwei Wochen später setzte er dann sein eigenes Motto außer Kraft. Bei der WM musste er nämlich als erster an den Start und gewann trotzdem! Auch hier war ihm das Glück holt, denn der Unterschied zu Platz 2 war mit einem Zehntel wieder denkbar knapp. Ein Neuzugang in dieser Kategorie war Elisabeth Collip, die vom TSC Aldenhoven zu uns kam. War sie dort im letzten Jahr in die Aufsteigerklasse abgestiegen, wagten wir es, sie erneut in der anspruchsvollen Leistungsklasse starten zu lassen. Unser Ziel war es, die Klasse zu halten. Doch Elli errichte viel mehr: sie ertanzte sich die Qualifikationen zur DM und sogar zur EM! Erfolgskette Bereits zum 6. Mal in Folge wurde Nora bei den modernen Showsolos Europameisterin! NRW- und Deutsche Meisterin sogar zum 7. Mal ununterbrochen - eine Erfolgskette, die ihresgleichen sucht und im Juni mit dem ersten Weltmeistertitel ihren bisherigen Höhepunkterlebte. Doch zu Beginn der Saison sah es überhaupt nicht danach aus. War Nora in den letzten beiden Jahren mit sehr getragenen Themen erfolgreich, wollten wir es diesmal nicht ganz so dramatisch machen. Mit dem Tanz "Schönheitswahn" sollte gezeigt werden, wie weit ein junges Mädchen geht, um ihrem Ideal zu entsprechen, wie sehr das eigene Spiegelbild dadurch zum Feind werden kann. Nachdem ihre Punkte bei den ersten beiden Turnieren weit unter den gewohnten der letzten Jahre lagen, entschlossen wir uns, den Tanz zu verändern. Anschließend sah es zunächst danach aus, als hätten wir den richtigen Weg gewählt. Ein Trugschluss, wie wir bald feststellen mussten, denn die Bewertung ging wieder Richtung Keller; die Motivation sank. Zu keiner weiteren Änderung des Tanzes bereit, hielten wir nun unseren Kurs. Wir nahmen die niedrigen Punkte in Kauf, denn wir wollten unsere Überzeugung nicht opfern. Und siehe da: Nora blieb auch in diesem Jahr ungeschlagen und konnte sich bei der EM und WM erneut gegen starke internationale Konkurrenz durchsetzen.
Funkensenioren Unsere zweite Showtänzerin Nadine Wolters war bei den künstlerischen Tänzen der Senioren gleich zweimal am Start, als Solo und im Paartanz mit Judith Kniepen. Gab es in NRW in diesen Kategorien gar keine Konkurrenz, so kam diese ab der DM dafür mit geballter Power. Mit dem Tanz "Two in one" (zwei unterschiedliche Charaktere einer einzelnen Person im Dialog und Kampf mit und gegen sich selbst) spekulierte Nadine bei den Solos auf Rang 3. Wir waren angenehm überrascht, als es dann sogar zum 2. Platz reichte. Bei der EM war dies meines Erachtens die qualitativ hochwertigste Kategorie mit der größten Leistungsdichte. Waren gleich vier internationale Tänzerinnen mit nur je einem Zehntel Unterschied auf den ersten drei Plätzen, reichte es für Nadine zu Rang 4.
Angesichts dieser Konkurrenz ein super Ergebnis, das sie bei der WM wiederholen konnte. Beim Paar wurde das Thema "Aimee & Jaguar" dargestellt; die Liaison zweier Frauen im Berlin des Jahres 1943,eine der beiden war eine Jüdin... Unterschiedliche Meinungen waren also vorprogrammiert. Obwohl Nadine und Judith noch nie vorher zusammen getanzt hatten, entwickelte sich eine Harmonie, die letztlich mit dem NRW-Meister, Vize-Deutschen Meister und dem jeweils 3. Platz bei den internationalen Meisterschaften belohnt wurde. In unserem Jubiläumsjahr haben wir also viel gewagt und viel gewonnen. Angefangen mit den schlaflosen Nächten, in denen ich versucht habe, mir möglichst exklusive Choreographien einfallen zu lassen, bis hin zu den fertigen Tänzen, die bei den Endmeisterschaften sehr gut abgeschnitten haben. All dies wäre nicht möglich ohne die Unterstützung unserer Eltern, von denen eine nicht geringe Zahl inzwischen wie selbstverständlich teils große Verantwortung übernimmt. Danke an schminkende Mütter, Deko schleppende Väter und James, der an der Musik für mich einspringt, wenn ich ausnahmsweise selbst auf die Bühne muss. Vieles hätte nicht so funktioniert, hätten unsere Betreuerinnen nicht konstant verantwortungsbewusst gearbeitet.
Und doch waren dies nur die Erfolge des letzten Jahres ... Die Frage, wie viele Meister es insgesamt in der Historie der Funken gab, kann keiner mehr genau beantworten. Es waren einige, seit unserer intensiveren Turnierteilnahme Ende der 80er. Es gab bereits den ein oder anderen NRW-Meister, bevor es 1994 den ersten Deutschen Meister aus Güsten gab: Tanzgruppe Marsch bis 11 Jahre. Seitdem sind wir nie mehr ohne Pokale von einer Meisterschaft zurückgekommen. Den bisherigen Höhepunkt durften wir im vergangenen Jahr erleben, als wir 5 Europameister in unseren Reihen hatten. Ein trauriges "Tschüss und Danke" an die Tänzer/innen, die uns leider nach dem Funkenfest verlassen werden und ein "herzlich Willkommen" an unsere neuen! Ich blicke optimistisch in die Zukunft, denn ich hörte, dass ab 30 ganz neue Energien freigesetzt werden ... (aus: Magazin der Rot-Weißen Funken Güsten, Ausgabe 2004)
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